Polizeihund - die besten Spürnasen im Staatsdienst
Worauf setzt die Ausbildung zum Polizeihund?
Polizeihund in HabachtstellungWie wird ein Hund eigentlich zum "Spezialeinsatzmittel" der Polizei, wie Polizeihunde in deutschen Behörden ganz offiziell heißen?
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiten Polizeihunde bereits im Dienste des deutschen Staates. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Ausbildung zum Polizeihund erfreulicherweise komplett verändert: Wo früher Strenge, Zwang und das Prinzip der eisernen Hand propagiert wurden, sind diese mittlerweile regelrecht verpönt. Die Ausbildung zum Polizeihund setzt, wie ja auch die allgemeine Hundeausbildung, heute auf Ausbildung durch Konsequenz, starke Bindung zum Hundeführer und Belohnung des Hundes. Oberstes Ziel ist klar die enge Bindung aneinander - nur dann bilden Polizist und sein Polizeihund später ein unschlagbares Team.

Die Grundausbildung zum Polizeihund

Die Grundausbildung zum Polizeihund dauert etwa 70 Tage. In dieser Zeit lernt der Hund eine breite Palette von Aufgaben: Gezieltes Aufspüren von Beweismitteln, Verbrecher zu stellen, Gehorsam zu leisten, aber auch seinen Hundeführer zu beschützen sind sicher die wesentlichsten Fähigkeiten, die jeder Polizeihund lernen und beherrschen muss. Natürlich lernt der angehende Polizeihund nicht alleine, sein Hundeführer ist immer dabei und lernt mit. Denn ein Polizeihund kann immer nur so gut sein wie sein Hundeführer!
Erst nach erfolgreicher Prüfung des Hundeführers und seines Hundes mit Mindestnote ausreichend wird der Polizeihund in den öffentlichen Dienst aufgenommen. Seine Aufgaben können nun breit gefächert sein, trainiert wird weiterhin permanent. Und einmal pro Jahr müssen sich Polizeihund und Hundeführer einer ordentlichen Prüfung nach Verordnung der Prüfungsvorschrift unterziehen.
Polizeihund und Hundeführer sind rund um die Uhr zusammen, privat wie im Dienst. Denn der Polizeihund lebt in der Familie seines Hundeführers, was die hohe emotionale Bindung aneinander natürlich fördert.
Der Polizeihund - ein hochqualifizierter Spezialist
Ein Polizeihund trainiert jeden Tag für den ErnstfallIst ein Polizeihund aggressiv und gefährlich? Viele Menschen sind verunsichert, wenn Sie an einem uniformierten Polizisten und seinem Polizeihund vorbei müssen. Zähne fletschende Polizeihunde bei Demonstrationen o.ä. werden sicher in den Hinterköpfen eine Rolle spielen. Doch beurteilen die Menschen aus Unkenntnis und Unsicherheit die Polizeihunde völlig falsch.
Ein Polizeihund ist ein Spitzensportler: hoch trainiert, motiviert und spezialisiert. Er arbeitet im Team mit und für seinen Hundeführer, gehorcht ihm auf's Wort und führt Spezialaufträge aus, für die er ausgebildet ist. Ein Polizeihund, der sich nach der Grundausbildung für eine weitere Spezialisierung eignet, muss über sehr gute Nasenleistung, Unterordnungsfreude und Schutztrieb verfügen. Außerdem sind Spiel- und Beutetrieb sowie sehr sicheres Umweltverhalten wichtige Voraussetzungen. In der Spezialisierung des Polizeihundes wird sein stärkster Trieb ganz gezielt ausgebildet und verfeinert, bei gleichzeitiger starker Unterordnung seinem Hundeführer gegenüber. Probleme können nur auftreten, wenn die Beziehung zwischen Polizeihund und Hundeführer gestört ist, aber das tägliche Trainingsprogramm in Gruppen und permanente Überprüfungen stellen sicher, dass nur die besten Teams in Aufträgen zum Einsatz kommen.
Ein Polizeihund kann zum Schutzhund oder Spürhund ausgebildet werden. Spürhunde wiederum sind noch weiter spezialisiert: So unterscheidet man z.B. zwischen Drogenspürhunden, Leichenspürhunden, Sprengstoffspürhunden oder Personensuchhunden.
Wie ein Polizeihund spielend zum Spezialisten wird
Ein Polizeihund wartet hoch motiviert auf das Komando seines HundeführersWie bringt man nun einen Polizeihund dazu, Drogen in Autos zu erschnüffeln oder Leichen aufzuspüren? Von harter Polizeischule ist in der speziellen Ausbildung und im Training zum Spürhund z.B. so ganz und gar nichts zu spüren, der Polizeihund wird alleine über seinen Spiel- und Beutetrieb geführt.
Um die Motivation, ja die triebgesteuerte Leidenschaft des Hundes zu entfachen, werden Spielzeuge verwendet: Spielend wird dem Polizeihund beigebracht, wie sein Spielzeug, sein Bringsel, riecht. Bei Drogenspürhunden, die auf Heroin spezialisiert sind, wird z.B. eine Substanz in ein Kunststoffröhrchen gefüllt, die nach Heroin riecht. Bei Blutspürhunden wird Blut verwendet, bei Sprengstoffspürhunden eine Substanz, die nach Sprengstoffmolekülen riecht. Mit aktiver Anzeige (scharren) oder passiver Anzeige (sitzend oder liegend, die Augen fix auf den Fund gerichtet) meldet der Polizeihund seinem Hundeführer den Fund des Spielzeugs bzw. im Ernstfall den Fund der Drogen oder Leichen.
Belohnt wird er durch exaltiertes Lob und Freude des Hundeführers und damit, dass er mit dem Bringsel spielen darf. Im Laufe des Trainings werden die Gerüche der Spielzeuge immer komplexer und anspruchsvoller. Hoch gelobt wird der Polizeihund auch nach erfolgreichem Einsatz, allerdings muss die Reaktion des Hundeführers natürlich dem Tatort angemessen ausfallen.
Welcher Hund eignet sich eigentlich zum Polizeihund?
Ob dieser Polizeihund auch wirklich alle Prüfungen bestanden hat?Ob Ihr Familienhund in einem anderen Leben auch Polizeihund hätte werden können? Ein Polizeihund muss über starken Spiel- und Beuteinstinkt verfügen, damit sein Trieb genutzt und ausgebildet werden kann. Je motivierter und begeisterungsfähiger der Hund ist, desto besser wird auch seine Leistung im Ernstfall sein. Sehr gute Nasenleistung, Unterordnungsfreude und Schutztrieb sind außerdem gefordert. Polizeihunde werden bereits in ganz frühem Stadium der Ausbildung einer sehr genauen Prüfung unterzogen, diese Prüfung dauert permanent an.
Und, hätte sich Ihr Hund zum Polizeihund geeignet? Oder haben Sie schon mit der Hundeleine und Leinenführung so Ihre Probleme? Posten Sie unten Ihren Kommentar, wir sind gespannt!
Ganz offiziell sind die folgenden Rassen als sog. Diensthunderassen, d.h. Polizeihunde, in Deutschland zugelassen: Airedale-Terrier, Belgischer Schäferhund, Bouvier des Flandres, Deutscher Schäferhund, Boxer, Dobermann, Hovawart, Riesenschnauzer und Rottweiler. Bei diesen Rassen wurden die erforderlichen Leistungen im Laufe der Jahre über gezielte Züchtung gefestigt. Alles in Allem hat sich weltweit der Deutsche Schäferhund als Polizeihund Nummer 1 bewiesen und durchgesetzt.

