Blindenhund
Ausbildung zum Blindenhund
Ein Blindenhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der sehbehinderten oder völlig
erblindeten Menschen eine völlig gefahrlose Orientierung geben. Ein Blindenhund
gilt als Hilfsmittel und aus diesem Grund darf der Blindenhund auch in alle Geschäfte
und Supermärkte oder Arztpraxen mit hinein. Erkennbar ist der Blindenhund an
seinem weißen Führgeschirr. Es ist ein Verkehrszeichen, und somit müssen alle
Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht auf den Blindenhund und den Menschen
nehmen. Ein Blindenhund ermöglicht dem Halter Mobilität in hohem Maße,
Unabhängigkeit und vor allem Sicherheit.
Wenn ein Hund ein Blindenhund werden soll, muss er besondere Eigenschaften
und Charakterzüge mitbringen. Es muss sich um ein friedfertiges, nervenstarkes,
sehr intelligentes, belastbares, lernfreudiges und gesundes Tier handeln. Schon als
Welpe werden die ersten Tests durchgeführt und somit die passenden Hunde für
die Ausbildung gefunden. Die Welpen ziehen dann in ihre Patenfamilien ein, hier
werden die Hunde ein Jahr lang sozialisiert. In dieser Zeit werden die Junghunde
auf alle erdenklichen Situationen und Ereignisse vorbereitet und damit konfrontiert.
Die Merkmale Ängstlichkeit, Nervenfestigkeit, Aggressionsverhalten und Jagdtrieb
werden besonders geprüft und beobachtet. Der Hund muss in sämtlichen Situationen
dem Menschen und andern Tieren gegenüber wohlwollend und friedfertig sein.
Die Rasse des Hundes spielt hier keine Rolle, um als Blindenhund ausgebildet zu
werden. Bevorzugt werden jedoch die Rassen Golden Retriever, Riesenschnauzer,
der Deutsche Schäferhund, Labrador Retriever und der Königspudel. Es muss sich
hier nicht um einen reinrassigen Hund handeln, sondern auch Mischlinge können bei
Eignung zum Blindenhund die Ausbildung absolvieren.
Der Blindenhund zeigt seinem Menschen Gefahren an, indem er einfach davor
stehen bleibt. Weiter umgeht der Blindenhund Hindernisse wie Fußgänger, parkende
Autos oder Straßenschilder. Falls Gefahr droht, verweigert der Hund einen Befehl
und macht so auf die Gefahr aufmerksam. Er kann Probleme selbständig lösen
und aufgrund seines Instinktes schaltet das Frühwarnsystem des Hundes ein. Ein
Blindenhund kennt ca. 40 Hörzeichen, besondere Hunde können bis zu 400 solcher
Hörzeichen erkennen. Allerdings muss ein Blindenhund immer weiter trainiert und
gefördert werden.
Damit Hund und Mensch bestens zusammenarbeiten und sich der Mensch auf den
Hund verlassen kann, muss die soziale Bindung zwischen den beiden stimmen. Die
Vertrauensbasis muss langsam aufgebaut werden, denn nur wenn sich beide Seiten
wirklich vertrauen, ist ein Gutes zusammenleben und arbeiten möglich.